Meine Tüte kommt doch gar nicht ins Meer!

Kürzlich hatte ich ein Gespräch darüber, wie der Umgang mit Kunsstoffen und Plastik sei und warum ich so viel umgestellt habe und weiterhin umstellen möchte.

Ich bin kein Verfechter von „Alle müssen jetzt sofort alles umstellen“ oder gar „Ihr müsst 150% geben, sonst bringt das nichts!“ Im Gegenteil, ich freue mich, über jede noch so kleine Umstellung oder jeden Gedankengang, den Menschen zu dem Thema haben. Denn nur so rückt ins Bewusstsein, dass wir überhaupt was tun müssen. Es sei denn, man ist mit sich im Reinen damit, wie es um diesen Planeten steht.

Zurück zum Plastikverbrauch. Laut einer Studie von 2016 der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), liegen wir Deutschen leider richtig weit vorne.

„Doch was hat das mit der Weltverschmutzung zu tun? Wie kommt meine Plastiktüte denn ins Meer?“

Etwa 38kg Plastikmüll produziert jeder Deutsche jährlich. Damit liegt wir im Europavergleich in der Spitzengruppe.

Den größten Teil des Plastikmülls machen Einwegprodukte und Verpackungen aus. Nicht einmal zehn Prozent des jemals produzieren Kunststoffes seien recycelt worden, so die Studie.

Generell hört man mehr und mehr, dass alles, was wir artig trennen und in die gelbe Tonne mit dem grünen Punkt stecken, gar nicht recyclet wird, sondern ebenso verschifft wird oder verbrannt. Jedenfalls nicht so sinnvoll wiederverwertet, wie uns viele Jahre glaubhaft gemacht wurde.

Laut NABU werden Plastikabfälle aus Deutschland nicht nur innerhalb der Landes entsorgt. Ein großer Teil wird exportiert. Besonders Exporte nach Südostasien sind hier nicht zu vergessen.

Das bedeutet auch, unser Müll wird verschifft und Schiffe verlieren Ladung, im Meer. Der Müll wird in Asien schlicht auch einfach im Meer entsorgt.So besteht tatsächlich eine nicht unerhebliche Möglichkeit, dass genau meine Plastiktüte im Meer landet.

Oder noch simpler. Gerade wir Berliner kennen die Touristenmassen an den Spreeufern. Oft nicht nur Touristen, sondern auch Berliner selbst. Die Wiesen rund um den Berliner Fluss sind im Sommer eine Zumutung. Der James-Simon-Park ist da ein krasses Beispiel. Da stapeln sich im Sommer Einwegverpackungen, Tüten, Alufolie. Ach, einfach alles. Und natürlich bleibt der Müll nicht an Ort und Stelle und wird von Tieren oder schlicht dem Wind in die Spree getragen.

Die Spree geht über die Havel, die in die Elbe und die wiederum in die Nordsee. Auf diese Weise landet auch unsere Plastiktüte in den Weltmeeren.

Mir ist bewusst, dass Kunststoffe in vielen Bereichen des Lebens eine Bereicherung sind. Gerade in der Medizin ist es nahezu unerlässlich, dass wir Kunsstoffe haben.

Und mir ist auch bewusst, dass wir kein Zero-Plastik-Leben leben. Einige Lebensmittel zum Beispiel sind nicht plastikfrei zu erhalten. Auch Kosmetik, Wimperntusche zum Beispiel, ist für mich realistisch nicht plastikfrei konsumierbar. ABER das heißt nicht, nur weil ich es nicht zu 100% machen kann, mache ich es gar nicht.

Ich achte aber durchaus darauf, was ich wie kaufe. Und wenn es mir persönlich unsinnig erscheint, dann suche ich einen anderen Weg und ich freu mich über jeden Schritt meinerseits und den, den andere gehen.

Denn gemeinsam kann die Menschheit einfach so verdammt viel bewegen!

Viele Grüße aus der Hauptstadt!

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