Bringt das alles noch was?

Auf dem Weg zur Ostsee, um einen Tag am Meer zu verbringen, hab ich unter anderem auch die Dezember-Ausgabe der Zeitschrift aus dem Bio-Laden gelesen und ein Artikel brachte mich diesmal besonders zum Nachdenken.

Es ging um unsere Einstellung zum Konsum von Nahrungsmitteln, vom Umgang mit der Klimakrise und den Konsequenzen, die unser aller Verhalten haben kann und haben wird.

Ich schwanke beim Lesen solcher Artikel immer zwischen totaler Motivation und Resignation. Seit 2017 haben wir viel in unserem Alltag verändert, leben glutenfrei und vegetarisch. Meist vegan. Wir haben alles unnötige Plastik verbannt und kaufen zu 90% Lebensmittel in biologischer Qualität. Letzteres natürlich auch aus Umweltschutzgründen, aber hauptsächlich, weil ich meiner Familie und mir keine genmanipulierten, Pestizidverseuchten und mit Geschmacksverstärkern zugesetzten Lebensmittel mehr zumuten möchten. Viel zu lange haben wir unsere Körper und unsere Welt damit geschröpft.

Nun bin ich persönlich davon überzeugt, dass das der einzige praktikable Weg ist, unser aller Leben zu verbessern, die Welt und den Planeten ein Stück weit zu retten. Es ist gar nicht so weit aus der Komfortzone raus, wie man denkt. Es ist keine krasse Umstellung, in der man pausenlos nach „Ersatzprodukten“ sucht. Es ist auch kein Kastrieren, weil man dies oder jenes nicht „darf“. Es ist nur anders. Und gerade, was unsere Ernährungsweise angeht, musste ich feststellen – ich habe nie abwechslungsreicher gegessen, als in den letzten zwei Jahren.

All das versuche ich selbstverständlich meinen Kindern an Werten mitzugeben. Sie sollen sich bewusst sein, dass es ein Geschenk ist, auf diesem Planeten leben zu dürfen und viele viele großartige Momente erleben zu dürfen. Genau das ist aber der Grund, warum sie mitdenken sollen. Erkennen sollen, dass zum Beispiel das Billig-Süßkram-Zeug in einen Plastikklo (kein Scherz! Erst letztens angeschleppt! Ein Lolli als Klobürste, mit Zuckerpulver als Spülwasser!) einfach unsinnige Geld- und Ressourcenverschwendung ist. Plastik bzw Kunststoff geht in die jeweiligen Lebensmittel über. Es ist also neben der immensen Umweltverschmutzung, auch einfach ein Unding, Kunststoffe in unsere Körper zu lassen! Noch sind die Auswirkungen von Mikroplastik in unserem Blutkreislauf nicht vollständig erforscht, aber uns allen dürfte klar sein, dass das nicht gesundheitsfördernd sein kann. Meine Drei sollen verstehen, dass ein Takko-T-Shirt für 3,99€ auf Kosten anderer so ein Schnäppchen ist. Am anderen Ende der Welt leben Menschen in Müll- und Giftdeponien, Kinder und junge Mütter und Väter arbeiten für einen Hungerlohn in den Nähfabriken, damit wir diese Schnäppchen schlagen können.

Und mir ist es enorm wichtig, dass sie sich bewusst machen, was sie ihrem Körper zuführen. Ist der Burger der Schnellrestaurantkette es wert, dass ihre Körper mit Antibiotika und Stresshormonen verseucht werden? Ist es notwendig, dass Tiere ein Höllenleben führen, damit sie 5min vermeintlich lecker essen? Von den Auswirkungen und Konsequenzen vom Kuhmilchkonsum ganz zu schweigen.

Ist es nicht meine Aufgabe, als Erwachsene und als Mutter meinen Kindern, mitzugeben, dass sie sich in Wertschätzung üben? Für mich lautet die Antwort ganz klar ja! Dann bin ich motiviert und bestrebt, ihnen das Offensichtliche mitzugeben und aufzuzeigen.

Dann schaue ich mich um, lese und höre die Nachrichten und frage mich: was stimmt mit der Welt nicht? 500g Hähnchenfleisch im Superangebot für 1,99€ oder die total verzuckerte, vermutlich chemische Buttermilch in der Plastikflasche für unter einen Euro – im Ernst?! Was soll da enthalten sein? Der Anbieter wird schon allein 50% Gewinn an dem jeweiligen Produkt verdienen, die Verpackung kostet natürlich auch. Was soll das eigentliche Produkt also enthalten? Viel kann es nicht sein, denn gute Nahrungsmittel kosten nun mal. Und das ist auch ok. Ich mein, es ist unser Körper! Darin und damit leben wir hoffentlich 80-90Jahre lang und er ist ein absolutes Naturwunder. Ist es dann nicht natürlich und sinnvoll, ihn zu pflegen und ihm Gutes zu tun?

Mh, dann kommt also die Resignation. Denn um mich herum, gucken noch immer viele komisch oder gar belustigt! „Was, ihr benutzt Zahntabletten und Holzzahnbürsten?“ oder auch „Glutenfrei und vegan, das ist doch megaanstrengend, kannst du überhaupt noch was essen?“ Ab und an dann auch „Ihr müsst es ja haben, wenn ihr Bio kaufen könnt!“ oder „Ist’s so schlimm, dass ihr jetzt gebrauchte Klamotten kaufen müsst?“

Und ich frage mich dann: Wozu eigentlich? Wozu versuche ich die Welt ein Stück besser werden zu lassen, wenn noch so viele viele Menschen sich in Ignoranz und Arroganz üben? Wenn die Politik sich wochenlang über das Tempolimit streitet, statt die Art von Massentierhaltung zu verbieten? Warum lasse ich mich belächeln, wenn noch so viele sich denken „Ach, wenn die Welt untergeht, bin ich eh schon tot. Krieg ich also nicht mit!“? Warum sind meine Kinder und Enkelkinder es nicht wert, die vermeintliche Komfortzone zu verlassen und sich ein paar wenigen Herausforderungen zu stellen?

Ich ganz persönlich habe beschlossen: weil die Welt es mir wert ist. Ich für mich, möchte immer sagen können, ich hab es verstanden und mich der Verantwortung gestellt! Alles, was ich tun konnte, hab ich getan und ich wünsche mir von Herzen, dass 2020 bei einigen mehr der Groschen fällt und das meine Kinder verstehen lernen, dass unser Leben zu kurz ist, um es mit Angst vor Klimakriegen und Krankheiten zu verbringen.

Sie sollen die wunderschöne Mannigfaltigkeit unseres Planeten erleben können. Pflanzen und Natur genießen können!

Die nachhaltige Lebensweise ist doch in aller Munde, man kann die Gefahren des bisherigen Umgangs doch eigentlich gar nicht ignorieren. Warum gelten dann zum Beispiel Bio-Lebensmittel als die „Besonderen“? Müsste es nicht genau andersherum sein?

Nachdenkliche Grüße aus 2019! Schauen wir, wie sich 2020 wohl entwickeln mag!

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