Potter-Feeling im Herbst • London&Oxford zu fünft

Herbstferien. Eine Reise nach England mit drei Kindern in völlig verschiedenen Altersklassen. Ohne Flieger. Berlin- Hogwarts sozusagen. Das war der Reisewunsch der Kids und wir Großen sind ja eh gern auf der britischen Insel.

Puh, gar nicht so leicht zu erfüllen. Denn wir hatten nur sechs Tage Zeit! Ziemlich müde, aber voll gepackt mit neuen Eindrücken, haben wir es dennoch geschafft!

Tag 1

Um zur Fähre nach Calais zu kommen, sind wir morgens relativ entspannt in Berlin losgefahren und haben eine Übernachtung in Sendenhorst, bei Münster eingeplant. AirBnB hat uns geholfen und wir hatten eine Wohnung, die zum Glück groß genug war und jeder gut schlafen konnte. Bei 5en ist das nicht immer so leicht. Bevor wir ins Bett gefallen sind, haben wir ein we ne nig Münsterluft geschnuppert und waren freudig überrascht, wie schön die Altstadt war!

Tag 2

Unser Wecker klingelte sehr früh, da wir pünktlich am Fährhafen mittags sein mussten! Die am Abend noch geschmierten Brote wurden im Auto zum Frühstück verschlungen, Kaffee und Tee gab es im To-Go-Becher noch von der Tankstelle! Leider hat keins der Kinder nochmal geschlafen, aber wir hatten von Oma das iPad ausgeliehen und zusammen mit Büchern und dem Fire-Tablet sind die 5,5Stunden halbwegs schnell vergangen. Für solch lange Strecken halte ich es inzwischen fast für unerlässlich auf technische Unterhaltung zu setzen 🙂 Früher war ich immer dagegen – inzwischen weiß ich, um des Friedens Willen, werden die Gehirne der Kinder das Übermaß an Unterhaltungselektronik für ein paar Tage überleben 🙂

Die Fahrt mit der Fähre bzw. das Einchecken war absolut problemlos. Der Wellengang war zwar recht heftig, eine Spielecke für die Kids und zur Einstimmung eine Portion Chips (Pommes) machten es aber erträglich. Nach nur 1,5h sind wir auf britischen Boden und kommen in Dover an!

Unser AirBnB-Haus liegt in Englefield Green, was gut 2 Stunden Fahrt bedeutet. Wir beschließen einfach in Ashford anzuhalten und noch Abend zu essen! Ein supernetten mediterranes Restaurant hat unsere Bäuche gefüllt! Ich hatte Reis, Hummus und Falafel mit Salat und es war so unglaublich lecker!!

Im Shop gab es die ersten Zauberstäbe für die Minimaus und das Prinzenkind und einen Hogwarts-Rucksack für die große Zaubermaus und so waren wir direkt in Hogwarts-Stimmung! Spätabends sind wir in unserem typisch englischen Feriendomizil angekommen! Super Ausstattung und wirklich sehr schön gemacht! Völlig k.o. vom langen Tag schlafen alle zufrieden ein!

Tag 3

Wir genießen ein schönes großes Frühstück! Da wir ja auf diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten achten, haben wir eigentlich alles direkt von Deutschland aus mitgenommen! Dann ging es endlich nach London!

Wir hatten Glück, dass am Wochenende die Parkplätze kostenfrei sind und wir direkt an der Tower Bridge einen gefunden hatten. Leider hatten wir ziemliches Regenwetter, aber wir waren ja gut angezogen 🙂

Als wir dort waren, verstand ich, warum die Tower Bridge so ein beliebtes Photo- und Künstlermotiv ist! Mit den Türmen und Bögen ist sie zu recht ein Wahrzeichen Londons!

Über die Brücke ging es zunächst zum Brunnen, The Girl and the Dolphin! Den fand ich ja sehr schön! Bei Starbucks daneben gab es wärmenden Kakao für die Kids und Kaffee für uns, bevor wir entlang des alten „The Towers“ zur Ruine von St. Dunstan gelaufen sind.

Die Burg „The Towers“ diente den britischen Königen zu den vielfältigsten Zwecken, zum Beispiel als Residenz, Waffenkammer, Werkstatt, Lager, Zoo,Münzprägestätte, Gefängnis, Archiv und Hinrichtungsstätte. Entlang der Mauer kann man auch ohne Eintritt viel über die Geschichte lesen. Wir haben keine komplette Besichtigung gemacht, weil wir mehr nach den Kinderwünsche gegangen sind. Aber an sich garantiert eine genauere Besichtigung wert!

Nicht weit davon konnten die Kinder endlich ihr Taschengeld in Pfund umtauschen! Wir zahlen ja zumeist alles mit Karte, was in allen anderen Ländern, außer Deutschland, problemlos möglich ist! Aber die Kinder hatten von Oma noch extra Geld bekommen und das musste natürlich umgetauscht werden – die Aufregung war groß! Und ich erinnerte mich, wie cool ich das früher fand! Ferien, anderes Land und eben anderes Geld! Sehr aufregend!

Weiter ging es zur Ruine St Dunstan-in-the-East. Sie wurde im 13.Jahrhundert erbaut und hat die Zeit leider nicht überlebt. Umso schöner wirkt die Ruine nun wunderschön bewachsen im hektischen Großstadtdschungel! Ohne Regen kann man auf den Bänken im Innenhof sitzen, Pflanzen und Gemäuer bewundern und runterfahren. Mit Regen nutzt man die Zeit für Photos mit allen 🙂

An der Themse entlang sind wir dann zur Millenniumbridge gelaufen. Mit dem Blick auf St.Pauls haben wir auf Hogwarts Totesser gewartet, aber wir hatten Glück und mussten unsere Zauberstäbe nicht einsetzen und sie bekämpfen! First Potter-Feeling: Check!

Anschließend haben wir Erwachsenen kurz St. Pauls Cathedral bestaunt. Leider sank die Kinderlaune zu diesem Zeitpunkt und wir konnten sie nicht von innen besichtigen. Stattdessen haben wir ein kleines Kaffee besucht – Regenbogenkuchen und Linsensuppe gegessen zusammen mit Kaffee mit Mandelmilch (ich liebe liebe liebe ganz Großbritannien dafür! Mandelmilch und glutenfreie Teigwaren sind so selbstverständlich!) und St.Pauls eben durchs Caféfenster bewundert. Es fuhren die klassischen roten Busse durch die Straßen und wir überlegten, welchen Station wir als Nächstes anlaufen! Wir entschieden uns HarryPotter weiter zu folgen und liefen zum Leadenhall Market! Der Markt wurde bereits im 14.Jahrhundert genutzt und hier wurden einige Außenaufnahmen der Winkelgasse gedreht. Zugegebenermaßen ist der Markt wirklich nicht groß, aber optisch ein wahrlich Highlight! Jugenstilfans kommen voll auf ihre Kosten! Ich selbst konnte mich kaum satt sehen, an allen Schwüngen und Bögen!

Vom Leadenhall Market sind wir zur Stärkung des Liebsten zum Borough Market aufgebrochen, bevor wir wieder zum Auto zurück sind. Der Borough Market ist voll mit den unterschiedlichsten Essenständen, sogar eine deutsche Wurstbude war zu finden, mit Bautzner Senf und Bockwurst 😉 Für die Kids war die Info, dass hier auch Teile von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ gedreht wurden, dann nur noch so semi interessant, aber wir haben uns ein sehr leckeres Chutney mitgenommen!

Vorbei am Buckingham Palace und dem coolen „Thin House“ sind wir dann zurück zu unserem Ferienhaus.

Das Thin House ist ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich als ein Atelier für Künstler gebaut, verfügt es nach Umbauten über einen doppelt hohen Empfangsbereich mit Küche und Bad auf der Rückseite und ein Schlafzimmer im Zwischengeschoss. Es ist nur 1,8m breit! Allemal ein architektonisches Glanzstück und ein Foto wert!

Den Kopf gefüllt mit Eindrücken haben wir Englefield Green erreicht und abends dort Bratkartoffeln mit Ei und Schnittlauch gefuttert! Schnell unter die Dusche und ab ins Bett!

PS: Ich habe tatsächlich irgendwie Geschäfte vermisst. Nicht, dass ich monströs was kaufen wollte, aber ich konnte tatsächlich GAR KEINE materiellen Erinnerungen mitnehmen! Dafür ist aber die Kamera voll mit Bildern!

Tag 4

Zugegeben, der Tag startete mit einer Aktion fast ausschließlich für meinen Sohnemann! Ich hatte schon von zuhause aus eine Stadiontour für das Emirates Stadium gebucht. Das Fußballstadion gehört dem englischen Erstligisten FC Arsenal. 90min Fußballfeeling, mitsamt Kabinentour, Rasen berühren, in der VIP-Lounge stehen, durch den Spielertunnel ins Stadion laufen – alles war dabei! Dazu konnte er im Shop sein Taschengeld gleich in einen Arsenalhoodie investieren!

Nicht weit entfernt vom Stadion kam endlich DAS Highlight für die Kinder! KingsCross!

Einen Moment mussten wir suchen, aber dann standen wir direkt vor dem riesigen HarryPotterStore, neben dem Photopoint zur Plattform 9 3/4! Die Schlange war eher unangenehm voll 😦 Aber wir haben uns beim Anstellen einfach aufgeteilt. Eine Hälfte stand an, die andere ist im Shop versunken, dann wurde gewechselt! Die Minimaus hat endlich ihren Schnatz bekommen und die Große einen HP-Hoodie! Ich habe schweigend alles bestaunt und verstehe vollkommen, warum die Kinder in diesen Bann verfallen! Es ist wirklich magisch!

An der Photostelle steht ein Fotograf, dessen Photos man kaufen kann, ein Bild kostet £9.50. Es aber auch erlaubt, gleichzeitig selbst welche mit Handy oder Kamera zu machen. Was ich ziemlich cool fand! Oft ist das ja verboten und man muss die Bilder kaufen! Wir haben das Geld dennoch ausgegeben, so sind die Bilder gleich groß ausgedruckt und ich kann sie zuhause rahmen.

Anschließend wollten wir, oder ok – ich, gern WestminsterAbbey besuchen. Das war mein Wunsch für London! Leider hatten wir ziemliches Pech, denn für die Strecke von sonst 10min haben wir über 2 Stunden gebraucht. Die Straßen waren immer wieder aufgrund von Demos gesperrt und ehrlich gesagt, war die Polizei hier sehr unorganisiert, denn wir es folgten dermaßen krasse Staus und so gesperrte Straßen, dass wir quasi 2h im Kreis fuhren. Das war so schade, denn wir haben unheimlich viel Zeit verloren. Die Laune sank dementsprechend bei allen, vor allem den Kindern.

Also gab es ein Eis unterm London Eye und einen tollen Blick auf eben dieses von der Hungerford Bridge aus!

Irgendwann haben wir es dann geschafft und konnten zu Westminster Abbey laufen. Immerhin brachen die Wolken in dem Moment auch auf und wir kamen pünktlich zur Abendandacht. Ich bewunderte die wunderschöne gotische Baukunst und wir konnten dem Orgelspiel lauschen…

Ich wäre gern länger in diesen heiligen Hallen verweilt, aber die Mädels waren leider gelangweilt und zeigten das auch. Also brachen wir auf. Dem Camden Market konnten wir so leider nicht mehr besuchen.

Auf dem Weg zum Auto liefen wir über die Westminster Bridge und hatten so nochmal einen grandiosen Blick auf Westminster Palace und den unglaublich schönen Abendhimmel!

Tag 5

Nach der Großstadthektik brauchten wir heute etwas ruhigeres und wollten das HogwartsFeeling untermauern, in dem wir nach Oxford fuhren. Von Englefield Green nur eine Stunde entfernt, wollten wir sehen, wo Emma Watson studiert hat und die unzähligen Hogwarts Filmlocations bestaunen! Und auch für uns Große war es ein willkommenen Ziel – wir lieben Geschichte in Architektur verpackt und können uns gern in den Gedanken verlieren, was die Mauern erzählen könnten. Oxford ist eine der ältesten Universäten der Welt und besteht aus 38 Colleges.

Wir hatten nur leider großes Pech! Denn es regnete nicht nur, es schüttete unaufhaltsam! Dazu waren wegen einer großen Univeranstaltung fast alle Colleges geschlossen. Wir waren alle sehr enttäuscht! Nichtsdestotrotz sind wir durch die Stadt gelaufen, haben die Radcliffe Camera bestaunt, den Hof vom Trinity College besucht, waren verzaubert von der Bridge of Sighs, die zwei Colleges verbindet. Die alten Gassen und die Gemäuer sind schlicht der Wahnsinn! Es war so unglaublich schade, dass wir kein College und die Divinty School nicht besuchen konnten. Das letzte Taschengeld wurde im Hogwarts Shop of Secrets ausgegeben und wir haben noch 3 Flachen Butterbier mitgenommen, um England abends würdig ausklingen zu lassen. Im Supermarkt holten wir noch Zutaten für eine leckere Kartoffel-Gemüse-Suppe, die uns – durchnässt bis auf die Unterhose – abends wärmte.

Oxford ist aber auf jeden Fall auf meiner „muss ich nochmal hin“-Liste!

Tag 6

In aller Früh ging es leider schon wieder runter von der Insel, über Calais Richtung Arnsberg. Hier hatten wir nochmal ein Zwischenstop und konnten abends Nudeln mit Pesto in einem 400-Jahre-alten Haus essen. Deswegen mag ich AirBnB so – man findet doch immer andere Unterkünfte als die klassischen Hotels und sie sind auch als Großfamilie bezahlbar. Hotels kann man ja leider knicken…

Und so konnten wir den Tag durch die schöne Altstadt laufen, die Burgruine von Arnsberg bestaunen und völlig baff vor diesen

Jahrhundertalten Häusern stehen!

Fazit: Mit Kindern kann man so eine Reise auch packen, allerdings hatten wir durch das doch sehr schlechte Wetter phasenweise grenzwertige Stimmung. Dennoch würden wir die Reise immer wieder eher mit dem Auto machen, als mit dem Flieger. Der Vorteil, alles einzupacken hat uns Essenstechnisch sehr geholfen. Ohne Demos und Straßensperrungen wäre wir auch in London selbst gut durchgekommen und haben auch prima parken können. Das U-Bahnnetz ist für 5Personen schon recht kostenintensiv und da London tatsächlich größer als erwartet ist, kann man mit Kindern nicht alles ablaufen.

Für alle Potter-Fans ist es aber sicherlich ein Muss! Wobei mit Edinburgh fast mehr magisches Feeling bereitet hat, gerade wenn man in die Victoria Street läuft!

Alles in allem fand ich London prima und würde sicherlich nochmal hin, aber an Edinburgh kommt es um Längen für mich nicht heran! Das mystische und alte hat mir absolut gefehlt und ich war erstaunt, wieviel krasse Hochbauten es gibt!

Das nächste Mal also mit besserem Wetter und größeren Kindern 😉

Viele Grüße!

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