Palmöl – warum wir es vermeiden sollten

Zum Glück wird das Thema Plastik und Mikroplastik immer größer und ich finde es super, dass mehr und mehr auf Alternativen umsteigen und schauen, wie sie bekannte Produkte ersetzen können.

In meinem Artikel über Haarseifen hab ich Dir schon berichtet, wie gut uns allein diese Umstellung getan hat und wie sehr wir davon profitieren. Haarseifen gibt es tatsächlich inzwischen sehr viele – deswegen ist es wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu achten. Viele gehen neuerdings in die LushStores und erfreuen sich an all den unverpackten Seifen. Klar, das ist super – aber in vielen steckt Palmöl bzw. Abkömmlinge von Palmöl ! Ebenso bei der neuen Haarseife von DM.

Die Idee dahinter ist nicht schlecht – die Marken springen auf den plastikfreien Zug auf. Dahinter steckt aber natürlich auch eine Wirtschaft, es muss schließlich Gewinn einbringen, also wird günstig produziert. Und was ist der günstige Rohstoff für Seifen?

Palmöl.

Was ist Palmöl eigentlich?

Die Früchte der Ölpalme liefern das Palmöl. Ölpalmen wachsen ursprünglich im afrikanischen Regenwald. Sie wachsen schnell und gut unter den entsprechenden Klimabedingungen. Palmöl ist besonders reich an gesättigten Fettsäuren.

Es ist in extrem vielen Produkten enthalten. Von der Magarine, über Schokoaufstriche, Fertigpizzen, bis hin zu Waschmittel und eben Kosmetik, wie zum Beispiel auch Seife.

Palmöl ist das am meisten produzierte Pflanzenöl auf der Welt, weil die Herstellungsweise die Billigste ist.

Was ist so problematisch am Palmöl?

Um viel zu produzieren, muss viel wachsen – ganz klar! Da die Klimabedingungen nicht auf allen Breitengraden die richtigen sind, werden Flächen gesucht und sind gefunden. Der Regenwald! Dieser wird vor allem in Indonesien und Malaysia abgeholzt. Riesige Monokulturen breiten sich aus und zerstören wertvollen Lebensraum.

Unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten können in dieser Palmöl-Monokultur nicht Leben und somit werden durch die Regenwaldrodung ganze Lebensräume vernichtet. Der Orang-Utan ist nur ein Beispiel von vielen Tierarten, welchen nun vorm Aussterben bedroht ist.

Aber nicht nur die Tiere und Pflanzen verlieren ihr Land. Auch die Einwohner der Waldgebiete werden vertrieben. Nicht nur, dass sie verjagt werden – von ihrem eigenen Land. Sie erleiden auch gesundheitliche Schäden, wenn durch Brandrodung Schadstoffe in die Luft befördert werden. Und welche Höhe die CO2-Ausstöße dieser Brände haben, ist unnötig zu erwähnen.

Traurig, aber ganz klar ist: Ölpalmen wachsen nur in den von Regenwäldern bedeckten Gebieten nahe des Äquators und für die Plantagen werden die vielfältigsten Ökosysteme der Welt abgeholzt.

Woran Du Palmöl zu erkennst?

Das ist tatsächlich gar nicht immer so leicht. Denn es gibt keine einheitliche Kennzeichnungspflicht. Die Liste der Bezeichnungen ist lang. Hier aber ein kurzer Exkurs in die Welt der Chemie. Du erkennst Palmöl unter anderem an folgenden Bezeichnungen der Inhaltsstoffe. Hier nur 10 Angaben.

  1. Sodium Palmate
  2. Sodium Palm Kernelate
  3. Hydrated Palm Glycerides/ Hydrated Palm Glycerides
  4. Hydrogenated Palm Glycerides/*Hydrogenated Palm Glycerides
  5. Palm Kernel Oil (Palmkernöl)
  6. Palm Olein
  7. Palm Sterine
  8. Palmate
  9. Palm Kernelate (Palm-Kernölsäure)
  10. Palmkernöl

Da sich Palmöl aber noch in vielen weiteren Inhaltsstoffen verbergen kann, nutze ich die App Codecheck bei alle Produkten, deren Inhalte sich mir nicht sofort erschließen. Das geht schnell und einfach.

Das Gute ist – die Hersteller, die ihre Produkte ohne Palmöl herstellen, deklarieren das auch ganz genau so. Sie tragen meist den Hinweis “palmölfrei”. Das macht es leichter 🙂

Ist Bio-Palmöl denn bedenkenlos?

Bedenkenlos nicht, aber in jedem Fall die bessere Alternative.

Beim Anbau und der Herstellung wird auf Pestizide und Kunstdünger verzichtet. So werden die Lebensräume für Mensch und Tier nicht belastet. Außerdem wichtig: Es wird kein Regenwald zerstört. Die Ölpalmen werden auf Flächen angebaut, die zuvor landwirtschaftlich genutzt wurden. Leider wird Bio-Palmöl weltweit viel zu wenig produziert.

Jeder einzelne von uns kann viele scheinbar kleine Schritte gehen. Das große Ganze macht es zu einer Veränderung. Ich wünsche mir sehr, dass meine Kinder und Enkel eine Welt haben, in der sie leben können. Erschreckend ist, dass es noch viel zu viel Gleichgültigkeit herrscht.

Dein Einkaufswagen bestimmt die Wirtschaft. Ganz simpel und ganz einfach.

 

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