Gedankenwolken

Freitagsgedanken. Vielleicht nenne ich es eher Alltagsgedanken. Denn ich hab sie zugegebenermaßen nicht nur Freitags.

Gestern war Nikolaustag und im Zuge der Bildersortierung dahin gehend auf meinem Handy, sind viele vergangene Momente direkt vor meiner Nase aufgetaucht. Und da war es wieder. Dieses Gefühl, das in den letzten Jahren so unglaublich viel passiert ist.

Das neue Jahr steht vor der Tür, und auch wenn wir uns alle dagegen wehren – denkst Du nicht auch darüber nach, was es wohl bringen mag? Was Du erleben wirst, was sich verändern wird? Was Dich glücklich oder wütend oder auch verzweifelt fühlen lässt.

Ich muss (ja, muss!) im neuen Jahr mindestens eine Entscheidung treffen, die mich ganz persönlich betreffen wird. Meine Große wird die erste Schnapszahl als Geburtstag feiern (11 – das ist so krass! Ich kann nicht fassen, dass sie mehr und mehr Teenager wird!), das Prinzenkind wird im Februar die Schule wechseln und ich hoffe so sehr, dass das wirklich eine gute Entscheidung war und er eine großartige Grundschulzeit haben wird und meine kleine, winzige Zaubermaus wird im Sommer in ihr letztes Kitajahr gehen. 2020 wird auch sie tatsächlich auch eingeschult.

Das Leben als dreifache Mama. Als dreifache und geschiedene Mama. Viele Themen, die mir wichtig sind, fälle ich nicht mehr zwingend zusammen mit dem Papa der Kinder. Auch wenn das natürlich so geplant war. Damals.

Damals: Die Schulliebe heiraten, ein Kind bekommen, ein Haus bauen und noch zwei Kinder bekommen. Das war mein Damals. Nach 15 Jahren Beziehung und 11 Jahren Ehe hat es nicht mehr gepasst. Entfremdung und verlorene Liebe haben das Aus bestimmt.

Was dann folgte? Zwischen Wohnungssuche, Hausverkauf, Verzweiflung, Schulfindung und -wechsel, ein neuer Job und damit die Aufgabe meiner beruflichen Selbstständigkeit folgte auch eine neue Liebe. Und meine Kinder? Immer dabei und trotz der Veränderungen zumeist glücklich.

Und die Momente auf meinem Handy, die vielen Bilder fliegen an mir vorbei. Ich kann mich an fast jede Situation erinnern, in der ich das jeweilige Bild schoss. Deswegen liebe ich Fotos so sehr. Sie frieren eine Erinnerung ein, im besten Fall auch damit verbunden ein Gefühl.

Das Gefühl voller Stolz, als meine Kleine ihre ersten Schritte gemacht hat, noch ohne Haare auf dem Kopf… Das Gefühl, als mein Prinz als winziges Baby auf meinem Bauch liegt und sich kaputtlacht, weil ich seinen knuffigen Bauch kitzle… Das Gefühl, etwas von mir weitergegeben zu haben, als meine Große mit ihren wunderschönen Augen mitten in die Kamera schaut. Das Gefühl, wenn sich alle drei an den Händen halten und durch den wunderschön gefärbten Herbstwald laufen. Lachend, albernd, glücklich.

Mama sein von drei zauberhaften Wesen bringt mich oft an meine Grenzen, hat mir viele viele Kräfte geraubt, mich in den Wahnsinn getrieben. Ohne das märtyrisch zu meinen, aber Drei sind wirklich noch mal ne andere Hausnummer als ein Kind J.  Aber Mama von diesen drei Kindern zu sein, ist auch ein unglaublich schönes Gefühl. 3x etwas von mir. 3x abendliches „Mama, ich hab Dich lieb!“ und 3x glückselige Umarmungen von diesen Wundern.

Das Damals ist ein Heute geworden. Und ich hadere oft mit diesem Heute. Aber solange meine Drei bei mir sind, ist alles irgendwie gut. Nicht immer einfach, aber gut!

Ich freue mich auf alle neuen Fotos in 2019, auf alle Momente, auf alle Erinnerungen, auf alle Gefühle.

 

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