Zwischenfazit: Vier Wochen weniger Plastik und weniger Müll

Wahnsinn, wie schnell der August vergangen ist, oder? Eben noch mitten im Sommer und schwitzen bei 38°Grad und schwups ist’s September und wir überdenken die letzten vier Wochen im Familienrat! Wir hatten uns ja zum Ziel gesetzt, plastikerfreier und müllfreier zu leben – wie es geklappt hat?

Also vorneweg – ich bin ehrlich: Komplett plastikfrei ist nahezu utopisch, jedenfalls für uns!

Nichtsdestotrotz sind wir Fans von “auch Kleinvieh macht Mist”! Ich bin nach wie vor de Meinung, jeder Schritt zählt und jeder Schritt kann helfen, die Welt ein Stück besser zu machen und meinen (noch ungeborenen) Enkeln und Urenkeln einen Planeten zu lassen, dessen wunderschöne und zauberhafte Natur sie genießen können!

Wir hatten tatsächlich Glück, dass in diesem Monat einige Dinge im Haushalt eh ersetzt werden mussten, sodass wir die Neuanschaffungen gut durchdacht haben.

Hast Du Lust auf Einblicke? Oder freust Du Dich über Anregungen, was Du vielleicht auch ersetzen magst?

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In der Küche benutzen wir nun Leinenlappen statt der 89-Cent-Wegwerflappen. Die Leinenlappen sind bei 60°Grad waschbar und halten so mehrere Jahre! Der Topfkratzer wurde durch einen Kupferschwamm ersetzt, der ebenfalls waschbar ist und uns so lange treu dienen wird.

 

Da die Lunchausstattung der (Schul-)Kinder dringend erneuert werden musste, sind wir direkt auf Edelstahl umgestiegen! Neben der Optik, die für uns sogar noch schöner ist, ist ein Vorteil, dass gerade in den Flaschen die Getränke gerade bei der Hitze schön kühl geblieben sind! In den bisherigen Flaschen war die Brühe statt frischer Apfelschorle echt kein Durstlöscher.

Die Schublade mit unseren Vorratsdosen war schon vorher nicht immens groß, da ich erst im Frühjahr durch den Umzug gut sortiert hatte, dennoch ist noch mal gut die Hälfte ins Sozialkaufhaus gewandert. Die Dosen waren noch gut in Schuss, so kann jemand anderes Ressourcen (und Geld) sparen und satt neuer Plastik, unsere Dosen nehmen. Wir haben viele Gläser mit Freude ausgewaschen und nun ein lustiges Sammelsurium verschiedenster Größen im Schrank. Auch das Einfrieren lässt sich so prima umsetzen. Das Sparschwein wird nach und nach gefüttert, damit wir noch mehr auf Edelstahl umsteigen können!

Übrigens: Bei Kaufland kann man zur Frischetheke auch einfach mit seiner Dose hin! Die Verkäuferin legt Deinen Wunschbelag direkt hinein und Du kannst getrost auf den Papiermüll verzichten.

Die Anzahl unserer Tee-Eier wurde verdoppelt und unser Teekonsum ist gestiegen. Auf diese Weise sparen wir Tetrapaks an Säften. Es gibt so viele Teesorten, die auch kalt super schmecken und prima Durstlöscher sind. Den Kindern fehlt ihre geliebte Apfelschorle (naturtrüber Apfelsaft plus Leitungswasser – nicht, dass Du denkst, hier steht nur Lift auf’m Tisch :-D) nicht wirklich!

Die Bienenwachstücher, die ich Anfang des Jahres gekauft hatte, sind nach wie vor rege im Einsatz und ersetzen so Brottüten, Alu- oder Frischhaltefolie. Da ich noch einige schöne Stoffe hier habe, werde ich mich in den nächsten Wochen mal dransetzen und selbst noch Tücher fertigen. Weihnachten ist ja auch nicht mehr allzu weit weg und so finden sich gleich ein paar zauberhafte und nachhaltige Geschenke.

Das Rezept zur Mandelmilch hatte ich Dir ja hier schon verraten. Wir machen diese nun öfter und vermeiden auch hier viele viele Tetrapaks im Müll.

Ich denke, gerade in der Küche wird sich immer mehr zwischendurch verändern. Der neue Trichter wird aus Edelstahl sein, die bestellten Bambusstrohhalme werde ich selbst mit meinem Holzbrenner verzieren und so zu Unikaten für die Kids machen. Unser Einkaufsverhalten wird sich ändern, mehr und mehr auf die Art der Umverpackungen zu achten, wird fester Bestandteil sein und bestimmte Lebensmittel werden wir komplett unverpackt kaufen. Komplett ist es uns leider nicht möglich, da in der Nähe kein Unverpackt-Laden ist ( unglaublich, oder? Hauptstadt Berlin und dann gibt’s nicht mal ne Handvoll Unverpackt-Läden! ).

Und sonst? Wie Du sicher schon durch Instagram weißt, hab ich im Bad Tabularasa gemacht! Das ist der Vorteil, wenn viele Produkte gleichzeitig leer sind und so neu gekauft werden müssen. Und ich sag Dir – ich bin begeistert! Unser Bad duftet herrlich nach den schönsten Seifen beim Betreten und ich freu mich immer noch täglich über unsere Holzbürstenarmee (5 Stück sehen schon witzig aus!)!

Da liest Du schon zwei Dinge der Umstellung! Wir haben jetzt täglich unsere eigene Soap opera 😀 Eine Handwaschseife ziert das Waschbecken und am Wannenrand duften Lavendelseife für den Körper, Thermalwasserseife für die Haare und meine Lehmseife fürs Gesicht um die Wette.  Ich gestehe, ich war vorher vor allem bei der Seife für die Haare skeptisch! Ich brauch Schaum und ich brauche das Gefühl, dass die Haare wirklich sauber sind und ich sag Dir, ich bin total begeistert! Meine Haare fetten normalerweise superschnell und jetzt? Dauert es mindestens einen Tag länger, als vorher und ich muss sie nicht mehr täglich waschen. Ich bin total happy!

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Die Umstellung auf die Holzzahnbürsten war absolut problemlos, auch die Kids finden sie super. Unsere Zahnseide ist nun im Glas und durch das Bienenwachs auch für die Kinder ganz einfach zu benutzen.

Wattepads hab ich durch Baumwollpads ersetzt, die ich nun ebenfalls bei 60°Grad wasche und somit Unmengen Müll und Geld spare! Noch dazu sind sie ganz furchtbar weich, sodass es jeden Abend jetzt sanfte Streicheleinheiten für mein Gesicht gibt

Die Einwegrasierer, die meinen Müllberg haben wachsen lassen, wurden durch den Edelstahl-Rasierer ersetzt – der Hammer! Optisch schon wunderschön anzusehen, erfüllt er seinen Zweck ganz großartig und mit dem Preis von 1,50 Euro für fünf Klingen, ist er unschlagbar!

Jede Haarbürste, selbst die teuren “Super-Entwirr-Bürsten”, hat meinen Töchtern mit ihren vielen Locken, Tränen in die Augen getrieben, weil es dennoch enorm ziepte und dazu Unmengen Haare ausgerissen – Uns hat das alle immer genervt… Mit der Umstellung auf die Holzbürsten sitzen sie jetzt (ungelogen!!!) ewig im Bad und bürsten und kämmen ihre Mähnen! Heute früh sagte meine Große erst wieder “Mama, ich liebe diese neue Wildschweinborsten! Meine Haare glänzen sooo schön!” Auch ich habe wesentlich weniger Haarverlust, seit ich meinen Holzkamm benutze, als vorher den Plastikkamm. Scheint also was dran zu sein, dass Holz natürlicher ist – es passt sich uns Menschen wohl besser an 🙂

Was hab ich noch ersetzt? Ach klar – meine Pflege!

DM hat wunderbare Naturkosmetik im Glas im Programm! Ich liebe das Gesichtsöl, was meine Haut so zauberhaft weich macht und dennoch nicht fettig! Jeden Tag freue ich mich schon ab mittags darauf, abends das Öl in mein Gesicht zumassieren, denn durch die Hände wird es wunderbar warm und ist soooo angenehm! Auch die Augencreme kann ich nur empfehlen!

Mein Fazit nach vier Wochen: Diese Umstellung hat uns nur bereichert! Wir fühlen uns nicht eingeschränkt oder erlegen uns dogmatisch irgendwas auf. Wir haben viele neue Dinge entdeckt, die den Menschen schon seit jeher bekannt sind und dieses “back to the roots”-Gefühl bringt besonders mich einem Ursprung näher, der mir gut tut.

Am liebsten würde ich alle meine vier Liebsten schnappen und auf ‘ne einsame Farm ziehen! Nagut, ein Bauernhof am Stadtrand täte es auch. Sich auf sinnvolle Rohstoffe und Produkte zu besinnen gibt uns allen einfach ein gutes Gefühl!

Übrigens sitze ich hier gerade mit einem Latte Macchiato, in dem meine selbst hergestellte Mandelmilch tatsächlich Schaum hervorgebracht hat, und esse ein Stück selbst gebackenes Brot dazu! Fühle mich fast geerdet 🙂

Und Du? Hast Du auch Lust weniger Müll und weniger Plastik zu produzieren? Oder bist Du eh schon dabei und hast noch weitere Ideen? Immer her damit – ich freu mich auf Deine Nachricht!

 

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