Freier und leichter – wie Du ganz einfach entmüllst

Seit gut einem Jahr habe ich mich mehr und mehr dem Minimalismus verschrieben. Das Leben ist so hektisch und voll und schnelllebig, dass ich mich nach Ruhe in meinem Heim sehne und das funktioniert tatsächlich in “Leere”. Nicht gezwungen oder willenlos auferlegt, sondern aus tiefstem Bewusstsein.

Wenn ich darüber nachdenke, wie noch meine erste Wohnung aussah – quasi jeder Zentimeter war vollgestellt mit Fotos, Pflanzen und sonstigem “Stell-Hinchen” und “Stell-Rumchen”. Fast grausam für meinen Seelenfrieden, wenn ich mir die Fotos heute anschaue. Je älter ich werde, umso mehr steht mir der Sinn nach Ordnung und Leere. Jede Sache hat ihren Platz und ich verfalle in Monk-artige Manien, wenn alles kreuz und quer verteilt ist. Eine Herausforderung mit drei Kindern, das kann ich Dir sagen 🙂

Seit wir nun in diesem April in unsere neue wunderschöne große Höhle gezogen sind, hat sich die Sehnsucht nach Raum und Weite noch mehr verstärkt. Am liebsten würde ich nur einen großen gemütlichen weißen Sessel und meine geliebte graue Kommode plus den großen Tisch im Wohnzimmer haben… sehr unpraktisch für fünf Menschen, ich weiß. Deko und vor allem Bilder mag ich ja aber auch ganz gern. Aber ein wenig Klarheit kann man ja dennoch unterbringen, oder?

Systematisch gehe ich also immer wieder alles durch und befreie uns und mich von Dingen, die uns nicht mehr glücklich machen oder die für uns keinen Wert mehr haben, für andere hingegen schon.

Wie das geht? Ich verrate es Dir!

Wenn Du Dich auch nach etwas mehr Ordnung und Leere sehnst, aber nicht weißt, wo Du anfangen sollst, hier mein “Rezept” – 7 einfach und umsetzbare Anregungen!

  1. Setz Dich nicht unter Druck! Viele geben schon auf, bevor sie angefangen haben, weil “ich kann mich von nichts trennen und wo soll ich überhaupt anfangen?” Bleib entspannt und freu Dich eher auf das großartige Gefühl im Anschluss, als Dich jetzt von der Panik einnehmen zu lassen.
  2. Nimm Dir einen kleinen Startpunkt vor! Kleiderschrank, Küchenschublade, Kinderzimmer oder die Wohnzimmerkommode voll mit nicht abgehefteten Unterlagen. Egal was, aber starte nur mit einem. Nicht alles auf einmal, a lá “dieses Wochenende muss alles raus!”.  Das ist anstrengend und stresst. Genau das soll aber nicht passieren.
  3. Räum Deinen Startpunkt einmal komplett aus. Wirklich komplett. Der ganze Inhalt muss vor Dir liegen.
  4. Jetzt schau jedes Stück einzeln an und bewerte ganz ehrlich: Benötigst Du diesen Gegenstand noch? Ist es eher eine Erinnerung, die Du damit verknüpfst? Oder ein Schuldgedanke (“Das hat XY mir geschenkt! Das kann ich doch nicht weggeben!”)?
  5. Hast Du es in den letzten 6-12 Monaten in Benutzung gehabt? Nein – dann weg damit! Bestimmt gibt es andere, die es noch benutzen können, aber für Dich ist die Zeit abgelaufen! Wenn ja, dann hat es seine Daseinsberechtigung und darf bleiben.
  6. Ordne den Inhalt also in drei Stapel: Entsorgen / Weitergeben / Behalten. Ich sag Dir, es wird plötzlich ganz simpel und der Behalten-Stapel wird nicht wirklich groß sein.
  7. Hast Du alles geschafft? Dein Startpunkt ist geleert und Du bist motiviert, um weiterzumachen? Super! Jetzt aber erst mal n Tee oder n Kaffee. Freu Dich an den Kostbarkeiten, die Du wieder entdeckt hast!

Und der ganze Rest? Nun, ich bin konsequent dagegen, alles sinnlos in den Müll zu werfen, was Du selbst nicht mehr brauchst. Was hätte es für einen Sinn, Dein Heim zu leeren und dafür aber die Müllberge weltweit zu erhöhen? Ich finde Flohmärkte super! So richtig! Ist ja auch nicht so, als könnte man das Geld nicht gut gebrauchen, ne?

Aber, tatsächlich gestehe ich ehrlich: mir ist der Aufwand meist zu groß. Alles sammeln, den Keller vollhauen, um es dann doch wieder zu vergessen…

Ich brauch immer schnelle Lösungen. Also schau noch mal durch, ist alles Müll oder kann was im Netz bei den Kleinanzeigen verkauft werden? Das klappt bei gut erhaltenen Dingen ja immer super. Momox und Co sind für Bücher, CDs und DVDs super! Und alles andere? Sozialkaufhaus! Berge hab ich da schon hingebracht und gespendet!

So haben andere noch was davon, was ich oder wir nicht mehr benötigen.

Für meine Verhältnisse geht auch hier immer noch mehr und so beschäftige ich mich Stück für Stück mit den Gedanken: Wie viel Besitz brauche ich wirklich? Denn wenn ich in den letzten Jahren eins gelernt habe, dann das: Zeit ist das Heiligste für mich! Nichts ist mir wichtiger, als Zeit mit meinen Liebsten und mir selbst.

Wir leben also immer minimalistischer und dadurch bewusster. Ich freu mich total, dass es ganz langsam auch auf meine Kinder abfärbt. Sie erkennen öfter, dass es schöner ist, wenn wir einen Ausflug zusammen machen, als unzähliges teilweise sinnloses Spielzeug anzuhäufen, was nach ‘ner Woche eh rumliegt. Womit ich zwei Dinge weitergebe, die mir wichtig sind Nachhaltigkeit und Wertschätzung.

Die Erinnerungen, die wir durch Zeit schaffen, lassen sich zum Glück nicht ausmisten und bleiben in den unzähligen Schubladen in unseren Köpfen.

Welcher Teil Deines Zuhauses wird Dein Startpunkt?

 

2 Kommentare zu „Freier und leichter – wie Du ganz einfach entmüllst

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